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Zum Jubiläum „40 Jahre Rock Me Amadeus“

Der Bühnenerfolg in einer Neufassung von den Machern von „FALCO – Das Musical“

Interview mit Regisseur Stefan Warmuth

„Falco Meets Amadeus“ heißt das neue Musical. Ist das nun nur eine Neufassung von „Falco – das Musical“, das rund 300-mal aufgeführt wurde?

Diese Frage lässt sich eigentlich nur mit einem „Jein“ beantworten.

Die aus einer Vielzahl guter Gründe vorgenommene Titeländerung zur jetzt anstehenden Tournee führte zwangsläufig auch zu einer dramaturgischen Überarbeitung des Stückes, da ja in der bisherigen Fassung Mozart lediglich nur namentlich im Song „Rock Me Amadeus“ erwähnt wurde, als Charakter jedoch szenisch nicht in Erscheinung trat. Wenn also der neue Titel ein Zusammentreffen von Falco und Amadeus suggeriert, dann muss das natürlich auch auf der Bühne stattfinden. Gleichzeitig war es uns wichtig, den bisherigen Erzählstrang zu erhalten: Falcos innerer Konflikt der Sehnsucht nach einem „einfachen, wohlbehüteten bürgerlichen Leben mit Frau und Kind“ einerseits und andererseits dem manchmal auch schon geradezu selbstzerstörerischen Verlangen, aus dieser heilen Welt gleich wieder auszubrechen; jeweils dargestellt durch die allegorischen Figuren „Jeanny“ und „Ana Conda“. Auch das spannende Verhältnis zwischen Falco und seinem Manager, der zugleich auch sein engster Vertrauter und Freund ist, wollten wir als die „Prise Salz in der Suppe“ nicht verwässern. All dies im Auge behaltend, ist es den beiden Autoren Stefanie Kock und Alexander Kerbst kongenial gelungen, mit der Einfügung der Rolle des „Amadeus“ dem Stück eine neue und äußerst bereichernde Farbe zu geben, in dem „Amadeus“, nur für Falco selbst wahrnehmbar, als Mentor, Vorbild, Anstifter und Seelenverwandter in Erscheinung tritt. Darüber hinaus wurde auch die gesamte technische Ausstattung der Produktion – Bühne, Licht, Ton und szenischer Video-Content per LED-Projektion – auf den allerneuesten Stand gebracht. Insofern kann man mit Fug und Recht von einer tatsächlichen Neufassung sprechen, bei der Bewährtes erhalten geblieben ist.


Wieso werden denn aus Musikerbiografien so gerne Musicals gemacht?

Die einfache Antwort wäre: Weil Stars der Musikgeschichte mit ihren Songs und/oder Kompositionen gleich den passenden Soundtrack für ein Musical liefern. Aber natürlich steckt da noch mehr dahinter. Jedes künstlerische Œuvre – gleich welcher Gattung – spiegelt ja auch den Zeitgeist seiner Entstehung wider. Je nach Alter der Zuschauer ist die Begegnung damit für manche ein Deja Vu der eigenen Lebensumstände jener Zeit, für andere, jüngere, vielleicht eine Erlebnisreise in die Vergangenheit, die ihnen näherbringt, wie und warum die eigenen Eltern oder auch Großeltern damals so getickt haben. Ein musikalisches Œuvre als Grundlage für ein Musical in Betracht zu ziehen, macht es da insofern „einfacher“, als dass es – sowie auch der Künstler selbst – von vornherein medial ungleich verbreiteter und allgemein bekannter ist als Werke anderer Kunstgattungen und damit auch ein zu erwartendes, generationsübergreifendes Publikumsinteresse deutlich größer ist.


Besteht, gerade weil dann ja stets viele bestens bekannte Hits auftauchen, nicht die Gefahr, dem Original nicht gerecht zu werden?

Ja, diese Gefahr besteht natürlich grundsätzlich, wenn man mit der Umsetzung nicht sorgfältig und angemessen umgeht und allein darauf baut, dass die ausgewählten Songs des Künstlers, um den es sich dreht, alles bekannte Hits waren und es allein deswegen schon irgendwie funktionieren wird. Man muss sich also schon sehr intensiv damit beschäftigen und entsprechend sängerisch und darstellerisch befähigte Interpreten sowie ebenso befähigte Musiker engagieren. Nicht zuletzt da die Produktion Thomas Rabitsch, Falcos Bandleader, als Arrangeur und musikalischen Leiter gewinnen konnte und mit Alexander Kerbst / Stefan Wessel (Falco), Stefanie Kock / Ramona Helder (Ana Conda), Anna-Sophie Weidinger / Madeleine Haipt (Jeanny) und Michael Konicek / Manuel Karadeniz (Amadeus) große Namen der deutsch-österreichischen Musical-Szene dabei sind, ist diese gebotene Sorgfalt garantiert, bzw. die Gefahr, dem Original nicht gerecht zu werden, bei „Falco Meets Amadeus“ meiner Meinung nach auszuschließen.


Welche Beziehung haben Sie denn persönlich zu Falco?

Ich komme ja selbst auch von der Musik und habe in den 1980er Jahren als Begleitmusiker in den Bands mancher der damals bekannteren deutschsprachigen Interpreten gespielt. Also in den Jahren, in denen Pop- und Rocksongs mit deutschen Texten ihr Nischendasein verließen, zunehmend en vogue waren und auch international Anerkennung fanden. Natürlich hat man da in der „Szene“ sehr genau verfolgt, was um einen herum so passiert. Udo Lindenberg, Herbert Grönemeyer, Nena, Ina Deter, Rainhard Fendrich, Heinz-Rudolf Kunze und noch einige mehr, haben da ganz klar Pionierarbeit geleistet, keine Frage. Aber Falco hatte in diesem Kreis deutschsprachiger Popstars nochmal eine ganz eigene und besondere Stellung. Ich fand das, was er machte, ungeheuer inspirierend, wirklich innovativ, um nicht zu sagen einzigartig. Das war mehr als nur gut geschriebene Songs, das war wirklich allumfassende Pop Art. Allein, wie er mit der Sprache umging, Worte in ihre Einzelteile zerlegte und wieder zusammenfügte, übliche Wortbetonungen der deutschen Sprache bewusst verschob, so dass daraus ein rhythmisches Pattern entstand, wie man es sonst nur von Bläser-Riffs oder Percussion-Fill Ins kannte. Das Einfügen von Anglizismen – zumeist auch selbst von ihm kreierten – in einem fließenden und wie selbstverständlich wirkenden Duktus, der eine ganz neue Sprache hervorbrachte; und noch vieles mehr. Wenn man die Falco-Texte aus seinen Songs Wort für Wort und Silbe für Silbe transkribiert, sieht das als geschriebener Text ziemlich kompliziert aus. Hört man dann den Song, klingt es ganz natürlich und man bekommt es nicht mehr aus dem Kopf. Das muss man erstmal schaffen. Einige wenige Male bin ich bei Veranstaltungen Falco auch persönlich Backstage begegnet und habe ihn dabei völlig unprätentiös, höflich und kollegial zugewandt empfunden. Ich fand ihn sehr sympathisch.


Warum eignet sich Falco so gut als Musicalfigur?

Weil Falco ein Mensch war, der, zumindest wie er sich selbst öffentlich dargestellt hat, polarisiert hat. Immer volles Risiko, immer ans Limit, immer alles oder nichts, im Guten wie im Schlechten. Das setzt große Gefühle in uns frei, die wir alle kennen und nachvollziehen können, auch wenn wir sie selbst so hochdosiert nicht erfahren haben, geschweige denn aushalten würden. Dabei geht es in erster Linie nicht um das Klischee der Darstellung eines glamourösen Künstlerlebens, vorgetragen mit dem erhobenen moralischen Zeigefinger, dass ein ruhmreicher Aufstieg auch einen tiefen Fall zur Folge haben kann. Hier geht es um die in uns allen schlummernde Sehnsucht, es zu wagen, alles hinter sich zu lassen, mit dem Risiko des Scheiterns nochmal ganz von vorne anzufangen, um den eigenen Traum zu verwirklichen. Udo Jürgens hat diese Sehnsucht in seinem Song „Ich war noch niemals in New York“ besungen. Falco hat sie gelebt. Helden sind nie makellos und meistens sterben sie vor ihrer Zeit.


Worin liegt für Sie die Faszination in seinem Werk?

Wie nur wenige andere Künstler des 20. Jahrhunderts hat es Falco geschafft, auch nachfolgende Künstlergenerationen bis heute mit seinem Werk zu inspirieren und prägend zu beeinflussen. In diesem Sinne ist Falco in einer Reihe mit Frank Sinatra, den Beatles, Michael Jackson und Prince zu nennen.


Dieses Mal geht es irgendwie auch um Mozart. Wie taucht er denn im Musical auf?

Amadeus erscheint Falco als Vision im ursprünglichen Sinne des Wortes: Als „geistige Vorstellung“. Im Verlauf des Stücks begleitet er Falco durch die Höhen und Tiefen seiner Karriere, weckt das Spielerische in ihm – „Versuch’s doch mal mit einem Kinderlied“ – und schärft ihm ein, dass nur eine bedingungslose Hingabe, das Auskosten aller Gefühle etwas Großes erschaffen kann. Und wenn es ihn sein Leben kostet…


Wird es denn dann auch Mozart-Musik zu hören geben?

Ja, wird es. Dies jedoch in einer sowohl für eingefleischte Falco- als auch Mozartfans sehr überraschenden Art und Weise. Mehr sei noch nicht verraten.


Wo sehen Sie denn Parallelen zwischen Falco und Mozart?

Parallelen sehe ich in der bedingungslosen Hingabe im unerschütterlichen Glauben an die eigene Größe und Schaffenskraft. Dem exaltierten und nicht kalkulierendem Leben im Hier und Jetzt ohne Netz und doppelten Boden – nur das Heute zählt, egal, was morgen kommt. Falco und Mozart waren Kerzen, die an beiden Enden gebrannt haben. Unabhängig davon, ob man auch Falco Songs noch in 250 Jahren hören wird, haben beide die musikalische Sprache ihrer Epochen revolutioniert und nachhaltig geprägt. Ich denke, Mozart und Falco hätten sich gut verstanden, wenn sie sich tatsächlich begegnet wären. Vielleicht musizieren sie ja gemeinsam im Pop-Himmel.


Warum wurde denn Salzburg als Premierenort gewählt?

Ich finde das, gerade auch im Hinblick auf die vorgenommene Überarbeitung, sehr passend, auch wenn ich selbst keinerlei Einfluss darauf hatte, da die Planung der Tourneeorte und somit auch die Festlegung des Premierenortes in der Obhut des Produzenten, COFO Entertainment, liegt. Salzburg ist bekanntlich der Geburtsort von Mozart. Warum also nicht genau dort?! Falco hätte die Idee bestimmt gefallen; dem ganzen Ensemble und mir auch.


Über „FALCO MEETS AMADEUS“

„Der Kommissar“ ist zurück! Nach hunderten Vorstellungen, unzähligen ausverkauften Shows und über einer halben Million begeisterten Besuchern bringen die Macher von „FALCO – Das Musical“ nun das neueste Meisterwerk aus der Feder des Kreativ-Teams um Hauptdarsteller Alexander Kerbst auf Tour und lassen dabei den Mythos noch einmal aufleben: „FALCO MEETS AMADEUS“ erzählt ebenso bildgewaltig und exzentrisch von zwei absoluten Ausnahmeerscheinungen in der Musikgeschichte und kombiniert dabei alle großen Falco-Hits live mit der spannenden Geschichte des legendären Wieners. Die sensationelle neue Bühnenshow gewährt einen tiefen Einblick in die Gedanken- und Gefühlswelt des Künstlers und des Menschen hinter der schillernden Pop-Ikone und würdigt dabei das großartige Lebenswerk des „Falken“. 2026 geht „FALCO MEETS AMADEUS“ auf große Premieren-Tournee durch Deutschland, Österreich, die Schweiz und Italien. Tickets gibt es unter www.falco-amadeus.com und an allen bekannten Vorverkaufsstellen.

Tickets und Infos: www.falco-amadeus.com
Presse- & Bildmaterial: www.falco-amadeus.com/media-center