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Zwei Premieren in vier Tagen: Das Theater Ansbach lädt im Oktober zu einer Klassenzimmerproduktion über Flucht und zu einer schwarzen Komödie, mit der die neue Interimsspielstätte eingeweiht wird.

Den Auftakt macht am Mittwoch, 14. Oktober, „Krieg. Stell dir vor, er wäre hier.“ Das Stück ist eigentlich als mobile Klassenzimmerproduktion für Schulklassen entwickelt worden und richtet sich an Jugendliche ab 12 Jahren. An diesem Abend ist es einmalig öffentlich im Kleinen Haus zu sehen. Es stellt die Rollen rund um die Themen Integration und Flucht auf den Kopf: Was wäre, wenn du aus deiner Heimat fliehen und in einem fremden Land neu anfangen müsstest, ohne die Landessprache zu verstehen, ohne Arbeit, Familie und Freunde? Ein junger Mann flieht vor einem Krieg in Europa und strandet in einem Flüchtlingslager in Ägypten. Ohne Aufenthaltsgenehmigung bleibt ihm der Zugang zu Arbeit und Bildung verwehrt, und das Gefühl, nirgendwo dazuzugehören und nicht zurück zu können, ergreift immer mehr Besitz von ihm. Das Stück versteht sich als faszinierendes Gedankenexperiment. Regie führt Chiara Hunski, es spielt Leontine Dick, Bühne und Kostüm stammen von Johanna Bajohr. Auf Anfrage bringt das Theater die Produktion auch direkt in Schulen.

Am Samstag, 17. Oktober, folgt die Premiere von „1:22 vor dem Ende“. Sie weiht die Interimsspielstätte „Bühne Eyber Straße“ ein und ist das erste Stück, das dort zu sehen sein wird. Die absurde und urkomische Komödie des französischen Schriftstellers Matthieu Delaporte ist ein rasantes Wortgefecht auf Leben und Tod, das nur so vor schwarzem Humor und irrwitziger Situationskomik trieft. Bernhard ist vom Leben enttäuscht und plant, sich selbst umzubringen. Doch als plötzlich der Tod höchstpersönlich vor seiner Tür steht, beginnt er an seiner Entscheidung zu zweifeln. Zu allem Überfluss stellt sich heraus, dass der Tod nicht wirklich weiß, was er tut, und mit seiner Aufgabe heillos überfordert ist. Zwischen den beiden entspinnt sich ein intelligenter, witziger Dialog, in dem Bernhard die wenige Zeit, die ihm bleibt, nutzt und um sein Leben feilscht. Themen wie Depression und Einsamkeit werden mit erstaunlicher Leichtigkeit und Frische zu einem zentralen Teil der Handlung. Regie führt Bartholomäus Pakulski, es spielen Beatrice Boca, Matias Lavall und Pia von der Assen. Bühne und Kostüm gestaltet Theresa Rohrberg, die deutsche Fassung stammt von Georg Holzer.

Das Theater Ansbach wurde 2007 von der Genossenschaft „Kultur am Schloss“ ins Leben gerufen und ist das jüngste bayerische Schauspielhaus. Neben dem Schauspiel gibt es die Sparten Kinder- und Jugendtheater, Ansbacher Puppenspiele und Konzert. Weitere Infos findest du unter www.theater-ansbach.de.

Mittwoch, 14. Oktober 2026, 20 Uhr, „Krieg. Stell dir vor, er wäre hier.“, Kleines Haus, Promenade 29, 91522 Ansbach
Samstag, 17. Oktober 2026, 19:30 Uhr, „1:22 vor dem Ende“, Bühne Eyber Straße, Eyber Straße 89, 91522 Ansbach

Bildquelle: Pixel Campus