Muskelkater im Zwerchfell ist möglich, lebensrettende Erkenntnisse sind ausdrücklich erwünscht: Notarzt und Comedian Dr. Lüder Warnken bringt am 1. Dezember in die Haas-Säle nach Bamberg und am 2. Dezember ins Zentrum nach Bayreuth einen „Erste-Hilfe-Kurs zum Kaputtlachen“. Ralf Kestel hat vorab mit ihm gesprochen.

Geboren wurde Warnken in Bremen, mit zwei Jahren zog die Familie nach Erlangen, weil der Vater als Ingenieur für Elektrotechnik einem Angebot eines Weltkonzerns folgte. Er ging in Nürnberg zur Schule und machte nach dem Freiwilligen Sozialen Jahr im Pflegedienst die Ausbildung zum Rettungsassistenten. Danach studierte er Medizin in Erlangen und Lübeck und promovierte 2022 an der Uni Münster. Seit 2016 ist er als Comedian bundesweit unterwegs, mit einer besonderen Passion: „Ich möchte, dass Deutschland zum besten Ersthelfer-Land der Welt wird.“

In sein Bühnenprogramm fließen die Erfahrungen aus mehr als 5.000 Rettungseinsätzen ein. In der Notaufnahme herrsche nicht nur Grauen, dort passierten auch viele lustige Dinge, mit Patienten und Kollegen. Weil viele Menschen Angst vor einem Notfall haben, nicht wissen, was zu tun ist, und keine Lust auf einen weiteren Erste-Hilfe-Kurs haben, hat Warnken seine gesammelten Geschichten aus Rettungsdienst und Krankenhaus in „fluffige Comedy“ gepackt. Die Botschaft: Helfen ist total einfach, denn alles lässt sich auf drei Notfallsituationen herunterbrechen. Und die Nebenwirkungen? „Das ist gut ausgetestet, da muss keiner allergische Reaktionen befürchten. Es wird ein superlustiger Abend, bei dem ich viel Interaktion mit dem Publikum suche.“

Dass dazu ein gewisser Hang zum Schelm gehört, bestätigt er selbst: „Ich war schon immer der Klassenkasper während meiner Schulzeit in Nürnberg. Ich denke, man braucht einen gewissen Hang dazu, wenn man sich allein auf eine Bühne stellt.“ Während der Herbsttour steht er mehrfach pro Woche auf der Bühne, die Notarztdienste im Bereich Husum/Tönning in Nordfriesland übernehmen dann Kollegen. Im August und September, wenn die meisten Stadthallen geschlossen sind, sitzt er selbst im Rettungswagen. Notarzt will er weiterhin bleiben, denn das sei die Quelle für seine Geschichten.

Dazu gehören auch einige Geschichten fränkischen Ursprungs, die er „so nur im Frankenland bringen kann, weil mich in Hamburg oder Hannover nur leere Gesichter angucken würden“. Etwa die Funkdurchsage aus seiner Nürnberger Zeit, bei der die Leitstelle den Rettungswagen in die „Duunand-Stroß“ schickte. Gemeint war die Dunant-Straße, benannt nach Henry Dunant, dem Mitbegründer des Internationalen Roten Kreuzes. Auch sein Vorname sorgte immer wieder für Nachfragen, nicht nur in Franken, sondern auch an der Uniklinik in Lübeck. Trotzdem kommt das Nordlicht gern zurück: „Wenn ich meine Eltern besuche, die ja noch immer in Franken leben, ist das für mich auch Heimat.“

Dienstag, 1. Dezember 2026, Haas-Säle, Bamberg

Mittwoch, 2. Dezember 2026, Zentrum, Bayreuth

Karten gibt es auf www.kartenkiosk-bamberg.de, telefonisch unter 0951-23837 und an allen bekannten Vorverkaufsstellen.

Bildquelle: Marvin Ruppert