BamLit: Bachtyar Ali – Die Herrin der Vögel

Die junge Sausan kennt die Welt vor allem aus der Bibliothek ihres Vaters. Eine Krankheit hindert sie daran, selbst auf Reisen zu gehen. Als drei Männer um ihre Hand anhalten, stellt sie ihnen eine Aufgabe: Sie sollen acht Jahre lang die Welt bereisen und ihr jeweils hundert Vögel mitbringen. Heiraten will sie denjenigen, der die Welt am besten verstanden hat.
In seinem Roman „Die Herrin der Vögel“ erzählt Bachtyar Ali von Liebe und Sehnsucht, Heimat und Exil. Seine Geschichte verbindet die Erfahrung von Krieg und Gewalt mit der Kraft der Fantasie und der Hoffnung. Bei der Lesung spricht der kurdische Schriftsteller über sein Werk, das Leben in Kurdistan und die Möglichkeiten der Literatur.
Nevfel Cumart moderiert den Abend und liest die deutschen Passagen.
Bachtyar Ali, geboren 1966 in Sulaimaniya im irakischen Kurdistan, zählt zu den bedeutendsten zeitgenössischen kurdischen Schriftstellern. Bereits als junger Mann geriet er wegen seines Engagements bei Studentenprotesten in Konflikt mit der Diktatur Saddam Husseins. Er brach sein Geologiestudium ab und widmete sich fortan der Literatur. Sein erster Gedichtband erschien 1992.
Bachtyar Alis Werk umfasst Romane, Gedichte und Essays. In seinen Büchern verbindet er politische und historische Erfahrungen Kurdistans mit einer poetischen, bildmächtigen und häufig magisch-realistischen Erzählweise. Krieg, Gewalt und Unterdrückung stehen darin neben Liebe und Freundschaft, Erinnerung und Hoffnung sowie der Frage, wie Menschen selbst unter schwierigsten Bedingungen ihre Würde bewahren können.
Seit Mitte der 1990er-Jahre lebt Bachtyar Ali in Deutschland. Einem breiten deutschsprachigen Publikum wurde er insbesondere durch seinen Roman „Der letzte Granatapfel“ bekannt.
Für sein literarisches Werk wurde Bachtyar Ali vielfach ausgezeichnet. 2017 erhielt er den Nelly-Sachs-Preis, 2023 den Hilde-Domin-Preis für Literatur im Exil. Seine Werke wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt.
Bildquelle: Karim Khasraw


