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BamLit: Daniel Kehlmann – Afrika

15. Februar 2027 - 19:30
Daniel Kehlmann – Afrika

Berlin im Winter 1884/85: Auf Einladung Bismarcks verhandeln Vertreter der Großmächte über Handel, Besitzansprüche und die Regeln kolonialer Expansion in Afrika. Afrikanische Vertreter sind nicht beteiligt. Für Österreich-Ungarn sitzt Legationsrat Strinetzky am Tisch, der vor allem ein persönliches Problem lösen muss: Um eine Affäre zu finanzieren, hat er Gelder an einen erfundenen Gutachter überweisen lassen. Nun taucht ein wirklicher Doktor Waldbach auf, und der Betrug droht aufzufliegen.

Strinetzky muss dringend 5.000 Gulden beschaffen und wird obendrein von einem preußischen Offizier zum Duell gefordert. Unter diesem Druck entwickelt er unverhofft ein Talent für Verhandlungen – mit weltpolitischen Folgen. Daniel Kehlmann erzählt von der Banalität, mit der Geschichte gemacht wird, und davon, wie Verantwortung in diplomatischen Verfahren verschwindet.

Kehlmann liest aus „Afrika“ und spricht darüber, wie Literatur historische Wirklichkeit verwandelt und die koloniale Vergangenheit in der Gegenwart sichtbar macht.

Daniel Kehlmann, 1975 in München geboren, wurde für sein Werk unter anderem mit dem Candide-Preis, dem Per-Olov-Enquist-Preis, dem Kleist-Preis, dem Thomas-Mann-Preis und dem Friedrich-Hölderlin-Preis ausgezeichnet. Sein Roman Die Vermessung der Welt war eines der erfolgreichsten deutschen Bücher der Nachkriegszeit, und auch sein Roman Tyll stand monatelang auf den Bestsellerlisten und gelangte auf die Shortlist des International Booker Prize. Daniel Kehlmann lebt in Berlin.

Bildquelle: Beowulf Sheehan

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